Taufen der Bibel

Taufen des Alten Bundes

 Israels Taufe als ganze Nation auf Mose

In 1.Kor.10,1-4 (s. Ex.14,16-20) greift Paulus in Kurzfassung die Geschichte Israels als Nation auf. Das Ziehen durch das Rote Meer hindurch und das Verweilen unter der Wolke (als Sinnbild für die spätere Taufe der Nation in Wasser und Geist) nennt Paulus die Taufe auf Mose (Vers 2). Interessant ist dabei, dass das Volk mit Wasser gar nicht in Berührung kam. Aber das Ereignis an sich bewirkte eine Zugehörigkeit zu dem von Gott gesandten Retter Mose.

Waschungen

In Hebr.6,2 und 9,10 wird auf die Lehre der βαπτισμοι baptismoi oder βαπτισμα baptisma Bezug genommen – den verschiedenen Taufen oder Waschungen (demzufolge gab es mehrere). Diese Stellen beziehen sich auf die zeremoniellen, leiblichen Waschungen in den mosaischen Gesetzesvorschriften und Anordnungen des Alten Testaments, die vor allem in Zusammenhang mit dem Dienst in der Stiftshütte und im Tempel durchgeführt werden mussten.

Reinigung durch Wasser wurde verlangt von:

  • dem Volk Israel vor dem Gesetzempfang am Sinai als zweitägige nationale Heiligung mit Waschungen des Körpers und der Kleidung (2.Mo.19,10-25)
  • dem Hohepriester Aaron und seinen Söhnen (als seine Nachfolger) bei ihrer Priesterweihe, bei welcher sie vollkommen in Wasser gebadet (2.Mo.29,4; 3.Mo.8,6) und anschließend vom Kopf bis zu den Zehenspitzen, über die Bärte bis zu den äußersten Rändern ihrer Kleidung mit Öl gesalbt wurden (2.Mo.29,7; Ps.133,2)
  • dem Hohepriester am Versöhnungstag vor der Opferzeremonie (3.Mo.16,23-24)
  • Priestern (Leviten) bei ihrer Weihe (4.Mo.8,7) und jedes Mal bevor sie die Stiftshütte betraten (2.Mo.30,17-21)
  • Personen, die als unrein betrachtet wurden, weil sie z.B. eine Leiche berührt haben (4.Mo.19,13)
  • Leprakranken, bevor sie zum Lager des Volkes zurückkehrten (3.Mo.17,15; 14,8-9; 22,4-6)

Das Muster von Unreinheit und Sünde und die Notwendigkeit des Waschens in Wasser (3.Mo.17,16) war im Alten Testaments immer mit der Annäherung an den Gott Israels verbunden, um Sein Wohlwollen und Seine Segnung zu erhalten und zu behalten. In Israel sollten diese baptismoi Sinnbild und Schatten (Hebr.10,1), teilweise Lehrmeister sein (Gal.3,24), um das Volk auf den Messias vorzubereiten. Diese zeremoniellen Waschungen (baptismoi) hatten nur den Effekt einer äußerlichen Reinigung und konnten dem Gewissen nach den nicht vollkommen machen, der den Gottesdienst übt (Hebr.9,9).

Als Jesus zu Seiner Zeit unter dem jüdischen Volk wandelte, hatten die zeremoniellen Waschungen kaum noch eine reale Bedeutung, sie dienten lediglich als ein äußeres Zeichen liturgischer Reinigung, überlagert von Regeln und Formen (Mk.7,4-5). Eine Form des Zeremoniells betraf die Taufe von Neubekehrten zum Judentum, die sog. Proselytentaufe (griech. προσέρχομαι proserchomai ‚hinzukommen‘). Hier wurde die Bekehrung des Heiden durch sein totales Untertauchen in Wasser verdeutlicht. Ursprünglich musste er bis zum Hals im Wasser sitzen und sich dann selbst völlig untertauchen, um sich selbst als jemanden zu kennzeichnen, von dem der ganze Schmutz des Heidentums abgewaschen ist. So konnte er dann gereinigt in eine neue Beziehung mit Gottes Bundesvolk treten.

Anhand dieser Praktiken lässt sich erkennen, dass die Taufe des Johannes nicht etwas war, was sich Johannes selbst ausgedacht, sondern etwas, das er als Kontrast zu dem pervertierten Getue im pharisäischen Judentum wiederhergestellt und eingesetzt hatte.

Diese Taufe wurde auch vom Propheten Hesekiel angedeutet:

Hes.36,25-26: 25. Dann werde ich euch mit reinem Wasser besprengen, dass ihr rein werdet von all eurer Unreinheit und von all euren Götzen werde ich euch rein machen. 26. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich werde das steinerne Herz aus eurem Leib herausnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.

Die Wasser-Taufe des Johannes zur Buße1 als Vorbereitung des Volkes Israel auf den Messias und den Neuen Bund

Joh.1,23: Er (Johannes) sprach: Ich bin die ‚Stimme eines Rufenden in der Wüste: Macht gerade den Weg des Herrn‘, wie Jesajas, der Prophet, gesagt hat. (Jes.57,14; s.a. Mt.3,3; Mk.1,3; Lk.3,4)

Johannes, der noch zu den Propheten des Alten Bundes gezählt wird (Lk.16,16), wurde gesandt, um dem Messias den Weg zu bereiten. Er taufte am Fluss Jordan3 nahe bei Bethanien, an der gleichen Stelle, an der Josua die Israeliten über den Jordan in das verheißene Land geführt hatte. Diejenigen, die hinauszogen, um sich in der Wildnis taufen zu lassen, bestätigten in der Tat, dass sie noch versklavt waren und vom Messias zurück in das verheißene Land, der Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist (Hebr.11,10), geführt werden mussten. Die Taufe des Johannes war mit einem öffentlichen Sündenbekenntnis und der Buße1 verbunden und geschah zur Erlassung2 der Sünden:

Mk.1,4-5: 4. Johannes kam und taufte in der Wüste und predigte die Taufe der Buße1 zur Erlassung2 der Sünden. 5. Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Bewohner von Jerusalem; und sie wurden im Jordanfluss von ihm getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.

1.Buße, griech. μετανοια metanoia: Erneuerung des Denkens, Umsinnen und in Folge Umkehr, Kurswechsel, Richtungsänderung, Trennung vom alten Lebensstil

2.grich. ἄφεσις aphesis, Erlassung (a. Ü. Vergebung) der Sünden bedeutet nur ein vorübergehendes Bedecken dieser (Röm.4,7; 1.Petr.4,8) und ist nicht zu verwechseln mit griech. ἀπολύτρωσις apolutrosis, der Freilösung durch Sein Blut (Eph.1,7) und mit griech. ἀφαιρέω aphaireo, Sünden beseitigen (Hebr.10,4), die erst zur Rechtfertigung des Lebens führt und die es nur in Christus gibt (s. Röm.5,18).

3.hebr. wörtl. ‚der herabsteigende Fluss‘. Sein Überschreiten als Übergang aus der feindseligen Fremde in das Land der Verheißung wird häufig als Allegorie für das Sterben verwendet, so auch in der deutschen Redensart ‚über den Jordan gehen‘. Der Fluss Jordan gilt als der Todesstrom, weil er ins Tote Meer mündet, in dem wegen des überaus hohen Salzgehaltes kein Leben möglich ist. Dies ist eine treffende Symbolik für die Buß-Taufe, da durch das Hineinversenken in den Todesstrom bildlich die Sünden abgewaschen und in den Tod (die Trennung) gegeben werden. Damit Neues geschehen kann, muss man sich von Altem trennen bzw. muss Altes sterben (Joh.12,24).

Johannes taufe nur die, die sich öffentlich als Sünder bekannten. Diejenigen, die dem Bußruf des Johannes folgten, haben auch den Messias erkannt und angenommen, diejenigen aber, die sich dem Bußruf verweigerten und Johannes nicht als wahren Propheten anerkannten, haben auch den Messias abgelehnt (Joh.7,29). Pharisäer und Sadduzäer, die wohl meinten, hier gäbe es nur ein neues Ritual, wurden von Johannes abgewiesen, denn diese hielten sich bereits für gerecht und meinten, sie hätten keine Sünden zu bekennen (Lk.3,7-8).

Mt.3,11: Ich zwar taufe euch in Wasser zur Buße1; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; Er wird euch in Heiligem Geist und Feuer taufen. (s. a. Apg.1,16; 2,3-4; 11,16)

Die von Johannes vollzogene Taufe stellte bloß einen Vorläufer der Taufe dar, die der Messias einführen sollte, der nicht mit Wasser tauft (Joh.4,1-3). Johannes kündigt hier also an, wie Jesus einmal taufen wird: Nicht mehr mit Wasser, sondern mit Heiligem Geist und Feuer. Die Taufe in Feuer stellt das Verbrennen der Spreu, der toten Werke, dar (Mt.3,12). Diejenigen, die der Messias nicht in Heiligem Geist tauft, in Gnade, wird Er in Feuer taufen, im Gericht.

Die Wasser-Taufe Jesu durch Johannes

Joh.1,33: Und ich kannte Ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabsteigen und auf Ihm bleiben, dieser ist es, der in Heiligem Geist tauft.

Mt.3,13-17: 13. Dann kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um von ihm getauft zu werden. 14. Johannes aber wehrte Ihm und sprach: Ich habe nötig von dir getauft zu werden, und Du kommst zu mir? 15. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so sein; denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Daraufhin lässt Er Ihn zu sich kommen. 16. Und als Jesus getauft war, stieg Er sogleich das Ufer hinauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und Er sah den Geist Gottes wie eine Taube herab fahren und auf Ihn kommen. 17. Und siehe, eine Stimme aus den Himmeln sagt: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Johannes betrachtete es als eine Zumutung, als Jesus an den Jordan kam, um von ihm getauft zu werden, rief er doch die Menschen zur radikalen Umkehr in Vorbereitung auf den kommenden Messias auf (Mk.1,2-3). Und nun stand dieser selbst vor ihm! Ich müsste von dir getauft werden und Du kommst zu mir? (Mt.3,14) Doch Jesus ließ sich nicht beirren. Die Gerechtigkeit Gottes sollte gerade darin erfüllt werden. Aber wie lässt sich das deuten?

Die Taufe oder Waschung, der Jesus sich hingab, kann als Seine Priester-Weihe (urgermanisch weiha- heilig) betrachtet werden (2.Mo.29,4.7), denn Er war hier auf der Erde im Dienst als Hohepriester. Der Hohepriester Aaron wurde von Mose mit Wasser gewaschen und mit Öl gesalbt. Und gemäß den Regeln des Alten Bundes musste auch Jesus diese Weihe vollziehen, die Johannes an Ihm ausführte. Die Salbung mit Öl erfolgte allerdings durch den Heiligen Geist, der, als Er aus dem Wasser stieg, auf Ihn kam und Ihn für Seinen Dienst bevollmächtigte.

In Jesu Hineinsteigen ins Wasser des Jordan3, dem Untertauchen und Heraufsteigen, kann man aber auch eine Vorausschau Seines Todes und Seiner Auferstehung sehen. Zur Bußtaufe des Johannes gehörte das öffentliche Bekenntnis von Schuld und die Bitte um Erlassung2. Wenn Jesus sich diesem Ritus unterwirft, stellt Er sich solidarisch, Seinen Tod vorwegnehmend, in die Reihe der sündigen Menschheit und identifiziert sich wie Daniel mit den Sünden Seines Volkes (Dan.9,11), ja mit den Sünden der ganzen Welt (1.Joh.2,2). Denn obwohl Er selbst zwar die Sünde nicht kannte, wurde Er unseretwegen zur Sünde gemacht (2.Kor.5,21).

Taufen des Neues Bundes

Definition und Verwendung des Wortes Taufe im Neuen Testament

Das Wort taufen (griech. βαπτω baptoo) bedeutet wörtlich:

  • etwas in ein Medium (hauptsächlich Flüssigkeit, also Wasser) ein-/ untertauchen (in ein Bad, z.B. auch beim Waschen oder Färben eines Kleidungsstücks oder von Gefäßen Mk.7,4; Lk.11,38)
  • bedecken, begraben, überfluten (wie bei einem Schiffbruch)

Das Wort wird im NT auch im erweiterten Sinn verwendet, z.B. in Bezug auf die Taufe in Heiligem Geist und die Leidenstaufe Jesu in den Tod (Lk.12,50). Das neutestamentliche Griechisch lässt eine Interpretation im Sinne einer Besprengung als Ersatz für Taufen nicht zu. Für ‚besprengen‘ wird ein völlig anderes Wort verwendet griech. ῥαντισμός ratismos. Das Wort wird für die Besprengung mit Blut verwendet, was die Reinigung bezeichnet, die durch das Blut Jesu erlangt wird (Hebr.12,24; 1.Petr.1,2).

Die Wasser-Taufe auf den Namen Jesu Christi bei den Aposteln

Apg.2,38: Petrus erklärte ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Erlassung eurer Sünden, so werdet ihr das Geschenk des Heiligen Geistes empfangen.

Apg.8,16: …sondern sie waren nur auf den Namen des Herrn Jesus getauft.

Das Taufen auf den Namen Jesu Christi bedeutete ein Bekenntnis zu Jesus, dem Messias. Man verband sich öffentlich mit Ihm und bezeugte damit, dass man fortan zu Seinen Anhängern gehört. Diese Taufe, die durch die Apostel ausgeführt wurde, geschah erstaunlicherweise niemals nach der trinitarischen Taufformel aus Mt.28, sondern ausschließlich auf den Namen des Herrn Jesus oder den Namen Jesus Christus, der im 1. Jahrhundert üblichen Taufformel. Diese damals verwendeten Taufen würden kurioserweise heute von den meisten Kirchen nicht mehr anerkannt werden – der heutige Mindeststandard des Ritus schreibt die sog. trinitarische Taufformel vor.

Mt.28,18-20: Da trat Jesus herzu, redete mit ihnen (den Jüngern) und sagte: Mir ist alle Vollmacht im Himmel und auf Erden gegeben. Daher geht hin, macht alle Nationen zu Jüngern, tauft sie in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu halten, was Ich euch geboten habe. Und siehe, Ich bin mit euch alle Tage bis zum Abschluss des Äons. Amen!

Bei diesem so genannten Missionsbefehl mit trinitarischer Taufformel stellt sich die Frage, warum dieser Befehl im NT so nie umgesetzt wurde – weder bei den Aposteln, noch bei den Urchristen. Die Apostel gingen nie zu allen Nationen hinaus. Nie tauften sie in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Es wurde von Theologen daher in Betracht gezogen, ob dieser Befehl wohl ein eigenmächtiger Zusatz entsprechender Dogmatiker in den ersten Jahrhunderten in bestimmten Handschriften ist. Aufgrund dieser Zweifel eignet sich diese Stelle nicht als Basis für Lehrgebäude.

Mk.16,15-20: Dann sagte Er (der auferstandene Jesus) zu ihnen (den Jüngern): Geht hin in alle Welt und verkündet das Evangelium aller Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. Nebenher aber werden den Glaubenden diese Zeichen folgen: In Meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden und Schlangen aufheben; wenn sie etwas Tödliches trinken, soll es ihnen überhaupt nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.

Auch diesem Abschnitt haftet der Geruch der Fälschung an. Denn weder im Codex Sinaiticus, noch im Codex Vaticanus (den wichtigsten neutestamentlichen Textzeugen) kommt diese Passage vor. Eusibius (270-339) erwähnt, dass dieser Teil in den alten Handschriften nicht gestanden hat. Für allgemeine Lehraussagen sollte auch diese Stelle nicht als Stütze dienen. Davon abgesehen, zeigt die Stelle deutlich, dass die Taufe allein längst nicht ausreichend zur Rettung ist – der Glaube ist zentral. Ohne Glauben nutzt die Taufe nichts, sondern die Taufe ist als Folge des Glaubens zu sehen.

Die Wasser-Taufe als sinnbildliche Darstellung der Rettung aus dem Gericht

1.Petr.3,20-21: 20. …als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noahs, während die Arche bereitet wurde, in welche wenige, dass sind acht Seelen, durch das Wasser hindurch gerettet wurden. 21. Auch euch errettet Er nun gemäß Gegenbild4, gemäß der Taufe (nicht ein Ablegen der Unsauberkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi

 4.w. Antitypus; die große Flut als Sinnbild der Taufe, die Arche als Sinnbild eines Getauften, eines Geretteten

Petrus, der Apostel der Beschneidung, schreibt an die Diaspora, an die zerstreuten Israeliten von Pontus, Galatien, Kappadocien, Asien und Bithynien (1.Petr.1,1). Die Wasser-Taufe wird hier als ein Sinnbild der großen Flut (das Gericht) gesehen, die das Alte unter sich begräbt. Die Rettung selbst geschieht durch die Auferstehung Jesu Christi. In engem Zusammenhang mit der Wasser-Taufe wird das Begehren eines guten Gewissens vor Gott erwähnt.

Hebr.9,9-10.14: 9. …das ein Gleichnis auf die gegenwärtige Frist ist, in der sowohl Gaben als auch Schlachtopfer dargebracht werden, die bezüglich des Gewissens den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst übt, 10. der in Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen (w. Taufen) besteht, in Satzungen des Fleisches, auferlegt bis auf die Zeit der Zurechtbringung. 14. …wie viel mehr wird das Blut des Christus, der durch den ewigen (w. äonischen) Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, um dem lebendigen Gott zu dienen!

 Hebr.10,22: …so lasst uns hinzutreten (ins Heiligtum) mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt weg vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser

Ein beschmutztes Gewissen entsteht durch das Bewusstsein von Schuld, das die Beziehung zu Gott stört. Der alte Bund mit seinen Zeremonien konnte aber den Menschen nicht vollkommen machen, Tierblut konnte das Gewissen nicht reinigen. Das kann nur durch das Blut Christi geschehen (Hebr.13,20; Kol.1,20).

Die Taufe in Heiligem Geist4 als sichtbare himmlische Ausrüstung zur Demonstration der Gaben und Kräfte im zukünftigen Zeitalter des Reiches Gottes

Etwa 120 Jünger (Nachfolger) Jesu sind an Pfingsten in einem Haus in Jerusalem versammelt. Mit stark hörbarem Geräusch, wie das Brausen eines gewaltigen Windes, kommt der Heilige Geist und erfüllte das ganze Haus. Zerteilte Feuer-Zungen setzen sich auf jeden einzelnen. Die Juden aus der Diaspora (Zerstreuung), die wegen des Pfingstfestes aus allen Provinzen Kleinasiens nach Jerusalem angereist waren, nehmen das Brausen wahr, kommen bestürzt zusammen und hören die Jünger in ihrer jeweils eigenen Mundart reden. Anschließend ergreift Petrus das Wort, verkündigt das Evangelium von Jesus und als die Menge fragt Was sollen wir tun, Brüder? (Apg.2,37), sagt Petrus:

Apg.2,38: Tut Buße1 und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Erlassung eurer Sünden, so werdet ihr das Geschenk des Heiligen Geistes empfangen.

Daraufhin werden etwa 3000 Menschen getauft. Die vorgegebene Reihenfolge lautet hier: Buße1, Wasser-Taufe auf den Namen Jesu Christi (öffentliches Bekenntnis zum Messias), Empfangen des Heiligen Geistes. Diese besondere Taufe mit Heiligem Geist war immer mit begleitenden Zeichen verbunden: reden in anderen Sprachen, prophezeien (Apg.19,6), Visionen (Apg.2,17). Doch zu welchem Zweck wurde der Heilige Geist in dieser Weise damals ausgegossen?

Apg.1,5: …denn Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet in Heiligem Geist getauft werden nach nicht vielen dieser Tage.

Lk.24,49: …und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe. (s. a. Apg.1,8)

Für den Empfänger der Geist-Taufe war dies eine besondere, zusätzliche Ausrüstung mit himmlischer Kraft, um ein vollmächtiger Zeuge Jesu Christi und des nahenden Reiches Gottes sein zu können, dessen Verkündigung immer mit Demonstrationen von Zeichen und Wunderwirkungen einherging. Diese spezielle Verkündigung, das Evangelium des nahenden Reiches Gottes, fand ihren Ausklang bereits im ersten Jahrhundert (spätestens seit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70) wegen Israels Verwerfung des Messias. Seither leben wir in der Haushaltung (Dispensation; a. Ü. Verwaltung, griech. οικονομια oikonomia) der Gnade Gottes (Eph.3,2), in welcher der universelle Leib Christi6 gebaut wird und die Geist-Taufe gegenwärtig keine Rolle mehr spielt.

4. Die ‚Taufe in Heiligem Geist‘ wird auch als ‚Angetan werden mit Kraft aus der Höhe‘ (Lk.24,49), ‚Kommen des Heiligen Geistes auf euch‘ (Apg.1,8), ‚erfüllt werden mit Heiligem Geist‘ (Apg.2,4), ‚Ausgießung des (o. des Geschenks des) Heiligen Geistes‘ (Apg.2,17; Apg.10,45) oder ‚Empfangen des Geschenks des Heiligen Geistes‘ (Apg.2,38, ‚teilhaftig werden (w. Mithaber) des Heiligen Geistes‘ (Hebr.6,4) bezeichnet – was immer mit begleitenden Manifestationen einherging (reden in anderen Sprachen, prophezeien, Visionen, Wunderwerke). Wichtig ist zu bemerken, dass weder die Wasser-, noch die Geist-Taufe Ungläubigen gespendet wurden. Beide Taufen erhielten immer bereits an den Messias Gläubige. Die Geist-Taufe folgte in der Regel nach der Wasser-Taufe durch Handauflegung der Apostel (s. z.B. Apg.8,14-17; Apg.19,1-6). Mangelnde Unterscheidung hat zu dem Irrtum geführt, dass Wasser-Taufe, Geist-Taufe, Geburt aus Gott/ Geist und In-Christus-Sein der gleiche Vorgang seien. Das Kommen des Heiligen Geistes auf einen Menschen ist im Sinne der Geist-Taufe (Apg.1,8) zu verstehen und ist nicht zu verwechseln mit der Geburt aus Gott/ aus dem Geist (Joh.1,13; 3,15), bei welcher der Geist des Menschen durch Gottes geistdurchtränktes Wort neu belebt wird und der Geist Gottes so im Menschen Wohnung nimmt (Joh.14,16-175; Röm.8,9.11; 2.Tim.1,14; in 1.Joh.2,20.27 auch Salbung genannt), wodurch dieser zum Tempel des Heiligen Geistes wird (1.Kor.3,16; 6,19). Im aus Gott geborenen Menschen bleibt der Same Gottes (1.Joh.3,9), Sein Wort (1.Petr.1,23; Joh.5,38). Dies sind die ‚Söhne des Reiches‘ (Mt.13,38), denen das Reich vom Niederwurf (griech. καταβολη katabole; üblicher ist die Ü. Grundlegung) der Welt (griech. κοσμος kosmos, gemeint ist im biblischen Sprachgebrauch das geschmückte Erdland, nicht das Weltall) an bereitet ist (Mt.25,34). Der Eingang ins Reich ist an Bewährungen geknüpft und wird bei grobem Verfehlen verwehrt (Hebr.6,4-6). In-Christus-Sein ist eine andere Qualität und bedeutet eine neue Schöpfung (2.Kor.5,17) und ein Geist mit Ihm zu sein (1.Kor.6,17). Dieser Mensch ist laut Schrift in Christus vor Niederwelt der Welt auserwählt und Teil des universellen Leibes Christi6. Das empfangene Unterpfand (Angeld) des Geistes (2.Kor.1,22; 5,5) ist hier der Garant für die Vollerfüllung aller Verheißungen.

 5. Joh.14,16-17: 16. …und ich werde den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er für das Zeitalter (w. den Äon) mit euch sei, 17. den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht, noch ihn kennt. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

 6. alle Menschen überall auf der Welt, die von Beginn an und bis heute in Christus sind und die, die in der Zukunft noch dazu kommen werden

Trennung der Geist-Taufe von der Wasser-Taufe

Apg.10,47-48: 47. Dann antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese (das Haus des Kornelius) nicht getauft würden, die (aus den Nationen) den Heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir (Juden)? 48. Und er befahl, dass sie getauft würden in den Namen des Herrn.

 Apg.11,18: Als sie aber dies gehört hatten, beruhigten sie sich und verherrlichten Gott und sagten: Dann hat Gott also auch den Nationen die Buße gegeben zum Leben.

Petrus wird ins Haus des Hauptmann Kornelius eingeladen, wo er das Evangelium von Jesus verkündigt, die Erlassung der Sünden in Seinem Namen. Während Petrus noch spricht, fällt der Heilige Geist auf alle Zuhörer. Hier wird der Fall beschrieben, dass das Geschenk des Heiligen Geistes auf Menschen aus den Nationen ausgegossen wird, ohne vorausgehende Wasser-Taufe (was aber anschließend nachgeholt wird), der für Juden üblichen Reihenfolge. Dies alles ist neu und ruft großes Erstaunen bei den anwesenden Juden hervor.

Es zeigt sich hier bereits ein Wandel an: Die Wasser-Taufe ist nicht mehr Voraussetzung für die Geist-Taufe, die nun ohne die Wasser-Taufe auskommt! Allein das Aufnehmen des Wortes der Verkündigung (Glaube) ist notwendig zur Geist-Taufe. Dennoch wird die Wasser-Taufe im Anschluss ausgeübt. Spätestens an diesem Punkt der Apostelgeschichte zeigt sich bereits keine einheitliche Taufpraxis mehr.

Taufen beim Apostel Paulus

1.Kor.1,17: Denn Christus hat mich nicht beauftragt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen…

Paulus schreibt ausdrücklich, dass er nicht zum Taufen gesandt wurde. Er dankt Gott sogar dafür, dass er nur wenige taufen musste. Er verweist außerdem darauf, dass eine besondere Beauftragung durch Christus vorliegen musste, was bei ihm aber nicht der Fall war. Im Neuen Testament tauften namentlich genannt weniger als 20 Personen, bei denen von diesem besonderen Auftrag auszugehen ist. Paulus bezog also nicht den Taufbefehl aus Matthäus 28 auf sich, wie es viele heute machen. Das mag daran gelegen haben, dass es ihn zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab, weil er später hinzugefügt wurde (und sich damit die Kirche praktischerweise selbst beauftragt hatte), sicher aber daran, dass Paulus durch Christus beauftragt wurde (Eph.3,12) Anderes zu verkünden, als bis dahin nur dem Volk Israel durch Jesus und die Zwölf mitgeteilt worden war.

Allerdings hat Paulus in der ersten Periode seines Dienstes in Verbindung mit den anderen jüdischen Aposteln am Evangelium der Beschneidung (Antiochien/Syrien) getauft. Warum das? Solange Israel noch nicht beiseite gestellt war, war dies der verordnete Weg für ihn. Sobald aber der Geist den Ältesten der Proselytengemeinde in Antiochien den Befehl zur Absonderung des Barnabas und Saulus gab (Apg.13,2), wendete sich seine bisherige Dienstweise völlig. In Galatien entstanden die ersten Gemeinden aus den Nationen, in denen er Rechtfertigung allein aus Glauben ohne Gesetzes-Werke verkündigte. Nun traten Satzungen, Zeremonien, Reinigungsvorschriften und auch die Wasser-Taufe Schritt für Schritt in den Hintergrund. Vorbedingungen gibt es nun nicht mehr, wie noch für das Volk Israel während der Reichs-Verkündigung. Allein der Glaube genügt nun in dem Evangelium des Paulus, das er mein Evangelium nennt (Röm.2,16; 16,25). Der Glaube kann aus der Verkündigung folgen (Röm.10,17), wenn Gott den Hörer dazu berufen hat (Eph.1,13, Röm.8,30; Gal.3,2). Diese Rechtfertigung allein aus Gnaden reicht – Rituale, Sakramente und andere Gesetzlichkeiten sind abgetan. Zwar hat auch Luther dies in seiner Rechtfertigungslehre erkannt, hatte aber offensichtlich nicht mehr die Kraft, konsequent zu sein und sich auch gegen die Wasser-Taufe zu stemmen. Paulus fordert deswegen niemanden auf, sich taufen zu lassen. Eine Tauflehre gibt es bei ihm nicht.

Die unsichtbare Taufe in Christus Jesus hinein: in Seinen Tod und Seine Auferstehung

Rom.6,3-5: 3. Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele in Christus Jesus getauft sind, in Seinen Tod getauft wurden? 4. So sind wir nun mit Ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, auf dass, gleichwie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in Neuheit des Lebens wandeln. 5. Denn wenn wir zusammengestaltet worden sind in der Gleichheit Seines Todes, so werden wir es auch in der Seiner Auferstehung sein.

 Kol.2,11-12: 11. in welchem (Christus) ihr auch beschnitten worden seid mit einer nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches, 12. in der Beschneidung des Christus, mit Ihm begraben in der Taufe (Seines Todes), in welchem (in Christus) ihr auch mit auferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der Ihn aus den Toten auferweckt hat.

 Phil.3,9-10: 9. …und in Ihm befunden werde, indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben Christi… 10. um Ihn (Christus) zu erkennen und die Kraft Seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, als mit Ihm in Seinem Tod zusammengestaltet

 Röm.8,10: Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber ist Leben der Gerechtigkeit wegen.

 2.Kor.5,17: …ist jemand in Christus, ist er eine Neuschöpfung…

Gal.6,15: Denn weder Beschneidung noch Vorhaut ist etwas, sondern eine neue Schöpfung.

Die Taufe in Christus, in Seinen Tod und Seine Auferstehung, ist keine Wassertaufe vollzogen durch irgendeinen ‚Geistlichen‘, sonder ein unsichtbares Geschehen, das der Herr selbst durch Seinen Geist bei denen, die Er beruft, bewirkt (1.Kor.6,17). Als Folge kann sich der Betreffende der Sünde für tot halten (Röm.6,11), weil er in Christus der Sünde ein für allemal gestorben ist und deshalb auch mit Ihm leben wird (Röm.6,8), ja jetzt schon in Christus lebt und mit Ihm in himmlischen Örtern sitzt (Eph.2,6). Er ist mitgekreuzigt. Das Kreuz machte Schluss mit dem alten Menschen (Röm.6,6). Die Taufe in Seinen Tod trennt also von dem ‚alten Menschen‘ und ist damit weiter gehend und viel tief greifender als die Taufe des Johannes. Der Erwachsene, der z.B. durch die Verkündigung zum Glauben gekommen ist (Röm.10,17), der dadurch in Christus eine Neuschöpfung geworden ist, bedarf nicht mehr der Wassertaufe, um zu werden, was er schon ist!

Die unsichtbare Taufe in den Leib Christi hinein

1.Kor.12,13-14.27: 13. Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden. 14. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. 27. Ihr aber seid Christi Leib, und Glieder als Teil.

Hier wird die Taufe, die das Hineinkommen in den universellen Leib Christi6 bewirkt (nicht in eine bestimmte Konfession oder Denomination!), als das Geträntkwerden7 mit einem Geist (nicht mit Wasser!) beschrieben. Nicht die sind ein Leib, die durch die Wasser-Taufe vereint sind, sondern die, die der Geist vereint!

Gal.3,27: Denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft worden seid, habt Christus angezogen.

 Eph.4,5: …e i n Herr; e i n Glaube; e i n e Taufe

 1.Kor.6,17 Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit Ihm.

7. griech ποτίζω potizo – tränken, zu trinken geben; spielt hier sinnbildlich auf das Trinken von Flüssigkeit (Wasser) an, gemeint ist aber der Geist, der auch an anderen Stellen mit Wasser assoziiert wird (s. Joh.3,3-5; 7,37-39; 4,10.13; Jes.44,3).

Das Durchtränktsein mit dem einen Geist ist ein Angeld (Eph.1,14) und ein Garant für die Vollerfüllung der Verheißung. Es handelt sich nicht mehr um ein Ereignis, das von Zungenreden und anderem Beiwerk begleitet ist, wie bei der Geist-Taufe, sondern es ist ein rein innerliches Geschehen, das auf längere Sicht die Frucht des Geistes hervorbringt (Gal.5,22). Wenn in charismatischen Kreisen auch heute noch von besonderen geistlichen Erlebnissen berichtet wird, sollte man sich fragen, welche Geister dort wirken (2.Kor.11,4). Offensichtlich wird hier der Fokus auf ein Eventchristentum gelenkt – auf das Streben nach immer neuen Geisteserlebnissen und Vollmachten.

Paulus spricht in seinen Briefen nur noch von der Taufe in Christus, von einem rein innerlichen Vorgang! Das Taufmedium ist nur noch Geist. Wenn es auch in der Übergangszeit verschiedene Taufen mit Wasser gab, so gab und gibt es jetzt nur noch eine wirkliche Taufe, nämlich die in Christus und als Folge in Seinen universellen Leib6 hinein, bewirkt durch Seinen Geist. Nur der, der den Geist Christi hat, der auch Geist Gottes ist, kann als ‚im Geist‘ und als Sein bezeichnet werden (Röm.8,9).

Exkurs: Die Geburt aus Wasser und Geist (keine Taufe!)

Joh.3,5-6.8: 5. Jesus antwortete (Nikodemus): Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in die Regentschaft der Himmel eingehen. 6. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. 8. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt, und wohin er geht; so ist jeder, der aus (nur im Codex Sinaiticus: dem Wasser und) dem Geist geboren ist.

Zur Wind-Metapher:

Pred.11,5: Gleichwie du nicht weißt, welchen Weg der Wind nimmt und wie die Gebeine im Mutterleib bereitet werden, so kannst du auch Gottes Tun nicht wissen, der alles wirkt.

Die Erkennungszeichen des aus Gott (oder aus Geist; Gott ist Geist Joh.4,24) geborenen Menschen:

1.Joh.2,29: Wenn ihr wisst, dass Er gerecht ist, so erkennt, dass jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus Ihm geboren ist.

1.Joh.3,9: Jeder, der aus Gott geboren ist, tut keine Sünde, denn Sein Same (Gottes Same) bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen (der neue innwendige Mensch!), weil er aus Gott geboren ist.

1.Joh.5,18: Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt sich, und der Böse tastet ihn nicht an.

1.Joh.4,7: …jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.

1.Joh.5,1: Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, welcher geboren hat, liebt auch den, der aus Ihm geboren ist.

1.Joh.5,4: Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.

Joh.1,12-13: 12. …so viele Ihn (den Messias) aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an Seinen Namen (Yahushua – in YHWH ist Rettung) glauben, 13. die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Tit.3,5: …errettete Er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach Seiner Barmherzigkeit durch das Bad der Wiedergeburt (w. Wiederwerdung) und Erneuerung (w. das Neumachen) durch den Heiligen Geist

 Röm.8,14: Denn so viele durch den Geist Gottes geführt werden, diese sind Söhne Gottes (bzw. Söhne des Reiches).

Die Geburt aus Wasser und Geist bzw. aus Gott ist das Lebendigmachen des Geistes eines Menschen durch das geistdurchtränkte Wort Gottes. Diese Geburt betrifft in erster Linie Israel als gesamte Nation, die natürlich aus vielen einzelnen Individuen besteht:

Jes.66,8: Wer hat solches gehört, wer hat dergleichen gesehen? Kann ein Land an einem Tage zur Welt gebracht, oder eine Nation mit einem Male geboren werden? Denn Zion hat Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren.

Hes.11,19: Und Ich werde ihnen ein Herz geben, und werde einen neuen Geist in euer Inneres geben; und Ich werde das steinerne Herz aus ihrem Fleisch wegnehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben.

Hes.36,24-27: 24. Und Ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen. 25. Und Ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von allen euren Unreinigkeiten und von allen euren Götzen werde Ich euch reinigen. 26. Und Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und Ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleische wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 27. Und Ich werde Meinen Geist in euer Inneres geben; und Ich werde machen, dass ihr in meinen Gesetzen wandelt und meine Richtigungen (engl. judgements) bewahrt und tut.

Jer.24,7: Und Ich will ihnen ein Herz geben, Mich zu erkennen, dass ich JHWH bin; und sie werden Mein Volk, und Ich werde ihr Gott sein; denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu Mir umkehren.

Jer.31,33 :Sondern dies ist der Bund, den Ich mit dem Haus Israel machen werde nach jenen Tagen, spricht JHWH: Ich werde Mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben; und Ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein.

Welche Rolle spielt das erwähnte Wasser in diesem Geschehen der Geburt?  Etliche Verse der Bibel zeigen einen Zusammenhang auf zwischen Wasser und Geist, hier nur ein Beispiel:

Joh.7,38-39: 38. Wer an Mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39. Dies aber sagte er von dem Geist, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten… (s. auch das Gespräch Jesu mit der Frau am Brunnen Joh.4,10)

Die Geburt selbst erfolgt durch das Wort Gottes, das auch als Same bezeichnet wird und Geist-Träger ist. Durch das Hören des Wortes wird im Herzen des Menschen Glauben erzeugt (Lk.8,5-15).

Jak.1,18: Nach Seinem (Gottes) eigenen Willen trägt Er uns (das Volk Israel!) durch das Wort der Wahrheit aus, auf dass wir eine Erstlingsfrucht Seiner Geschöpfe seien.

1.Petr.1,23: …die ihr (das Volk Israel!) nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes

 Lk.8,5: Der Same ist das Wort Gottes

Exkurs: Das Wasserbad der Rede8 (keine Taufe!)

Eph.5,26: …auf dass Er (Jesus Christus) sie (die Herausgerufene) heiligte (deutet einen fortlaufenden Prozess an), sie reinigend im Wasserbad der Rede8

Joh.13,10: Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig sich zu waschen, ausgenommen die Füße, sondern ist ganz rein…

 Joh.15,3: Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das Ich zu euch geredet habe.

 Joh.6,63: Der Geist ist es, der lebendig macht… die Reden, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben…

In diesen Versen wird durch die Symbolsprache des Wassers ein besonderer Zusammenhang zwischen Wort und Geist deutlich. Das reine Wasser ist das Wort der Wahrheit, das mit Geist, also mit göttlichem Leben durchtränkt ist, und das für die tägliche geistliche Hygiene so hohe Bedeutung hat, dass es auch als das gesunde Wort bezeichnet wird (Tit.2,8). Es hat reinigende Wirkung auf unser Denken und späteres Handeln.

Mt.4,4: Nicht von Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jeder Rede8, die durch Gottes Mund ausgeht.

8.griech. ρημα rema, das dynamische, lebendige, gesprochene Wort des Herrn, das Glauben im Herzen hervorbringt; zu unterscheiden von griech. λογος logos, Wort als Ausdruck eines Gedankens; bezogen auf Jesus, als den Logos: der Sohn als manifestierter, vollständiger Ausdruck Gottes, der Geist ist.

Exkurs: Der Glaube ist eine Gabe Gottes und nicht eigener Verdienst!

Joh.3,14-15: 14. Und so wie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, 15. auf dass jeder, der an Ihn glaubt, (nicht verloren gehe, sondern – nicht im Codex Sinaiticus) äonisches Leben habe (Leben im kommenden Äon/ Zeitalter des Reiches Gottes).

Im Gespräch mit dem Pharisäer Nikodemus, weist Jesus diesen auf den Glauben hin und Glauben heißt Aufschauen. Jesus macht Nikodemus auf die erhöhte Schlage in der Wüste aufmerksam (4.Mo.21,8-9): durch das Aufschauen zur Schlage wurden die Israeliten geheilt.

Joh.15,16a: Nicht ihr habt Mich erwählt, sondern Ich habe euch erwählt

 Joh.15,16b: …und euch dazu gesetzt, dass ihr hingeht und viel Frucht bringt. Und eure Frucht soll bleiben

 Joh.6,29: Jesus sprach: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den Er gesandt hat.

 Joh.3,27: Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben wird.

 Joh.6,44: Niemand kann zu Mir kommen, wenn der Vater, der Mich gesandt hat, ihn nicht zieht

 Mt.11,27: Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater, als nur der Sohn, und wem irgend der Sohn Ihn offenbaren will.

 Mt.16,17: Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Bar Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart (nämlich, dass Jesus Gottes Sohn ist), sondern Mein Vater, der in den Himmeln ist.

 Joh.6,37: Alles, was der Vater Mir gibt, wird bei Mir eintreffen und bleiben und wer zu Mir kommt, den werde Ich keinesfalls hinaustreiben…

 Joh.6,39: Dies ist der Wille dessen, der Mich gesandt hat, dass Ich nichts von alldem verliere (w: gänzlich weglöse), was Er Mir gegeben hat, sondern es am letzten Tag auferstehen lasse.

 Joh.10,29: Mein Vater, der sie Mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand Meines Vaters rauben.

 1.Kor.1,30: Aus Ihm (Gott) aber seid ihr in Christus Jesus…

 Eph.2,8: Denn in der Gnade seid ihr Gerettete, durch Glauben, und dies ist nicht aus euch, sondern Gottes Nahegabe.

 Phil.1,29: Denn in Gnaden ist euch für Christus gewährt: nicht allein an Ihn zu glauben, sondern auch für Ihn zu leiden…

 Eph.1,4: …wie Er uns in Ihm (in Christus) vor dem Niederwurf der Welt auserwählt hat, damit wir Heilige und Makellose vor Seinem Angesicht seien.

 Röm.8,30: Die Er aber vorherbestimmt, diese (be)ruft Er auch; und die Er (be)ruft, diese rechtfertigt Er auch; die Er aber rechtfertigt, die verherrlicht Er auch.

 Eph.1,5: In Liebe hat Er uns für Sich zum Sohnesstand in Christus Jesus vorherbestimmt, nach dem Wohlgefallen Seines (souveränen) Willens.

 Apg.13,48: …alle die zum äonischen Leben verordnet waren (Leben im kommenden Äon/ Zeitalter des Reiches Gottes), kamen zum Glauben.

 2.Thess.2,13: Wir aber sind Gott allezeit zu danken schuldig eurethalben, vom Herrn geliebte Brüder, da euch Gott von Anfang an vorgezogen hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit…

 2.Tim.1,9: …(Gott), der uns rettet und (be)ruft mit heiliger Berufung, nicht nach unseren Werken, sondern nach Seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor äonischen Zeiten (vor den Zeitaltern) gegeben ist…

 Eph.3,20-21: Ihm aber, der über alle Maßen mehr tun kann, über alles hinaus was wir erbitten oder erdenken können – der in uns wirkenden Kraft entsprechend Ihm sei die Verherrlichung in der herausgerufenen Gemeinde und in Christus Jesus, für alle Generationen des Äons der Äonen! Amen!

 Phil.2,13: Denn Gott ist es, der beides in euch bewirkt: das Wollen wie auch das Wirken/ Vollbringen nach Seinem Wohlgefallen.

 Röm.9,16: Demnach liegt es nun nicht an dem Wollenden noch an dem Rennenden, sondern an dem Sich erbarmenden Gott.

Ist die Wasser-Taufe ein Sakrament9?

Die Christenheit hat aus der Wasser-Taufe zu einem Sakrament9 gemacht – einem unerlässlichen Gnadenmittel, durch das geistliche Segnungen vermittelt werden sollen. Sie wurde zu einer unumgänglichen Handlung deklariert, die nötig sei, um gerettet zu werden, zumindest aber bezeuge man dadurch seinen Glaubensgehorsam. Es werden Gemeinden aus nur getauften Mitgliedern gebildet, in denen Nichtgetaufte nicht aufgenommen werden. Ihnen wird oft das Abendmahl versagt. Kritisch ist nicht, dass eine Gruppierung von Menschen sich ein Aufnahmeritual gibt, sondern dass behauptet wird, dass diese Handlung etwas in der Beziehung zwischen dem Menschen und Gott verändert oder diese in Gang bringt. Behauptet wird gerne, dass es sich lediglich um ein Symbol handle, um ein Zeichen in die Welt, dass der Täufling nun zu der taufenden Ortsgemeinde gehören möchte. Mit diesem Ziel müsste aber korrekterweise in den Namen der Ortsgemeinde oder der entsprechenden Kirchenorganisation getauft werden. Statt dessen wird dem Ritus aber eine theologische Dimension gegeben, die er nicht mehr hat.

9. vom lat. sacramentum, bezeichnete ursprünglich den röm. Soldateneid; die lateinische Wurzel sacer bedeutet ‚heilig, unverletzlich‘; in der christlichen Theologie ist damit ein Ritus gemeint, der als sichtbares Zeichen bzw. als sichtbare Handlung eine unsichtbare Wirklichkeit Gottes vergegenwärtigt und an ihr Teil haben lässt; heilsvermittelndes Medium, Heilsmittel, Heilszeichen, Heilsweg, sichtbares Zeichen der verborgenen Heilswirklichkeit

Es gibt heute nur ein einziges Sakrament9: Christus Jesus, den gekreuzigten und erhöhten Herr. Es ist nicht die Wassertaufe, die errettet. Wasser kann nicht retten, Wasser macht nass. Selbst der zweifelhafte Vers aus Mk.16,16 drückt die Tatsache aus, dass es der fehlende Glaube ist, der ins Verderben führt, nicht die fehlende Wasser-Taufe.

Gerade bei der Frage nach der Taufe/ den Taufen zeigt sich, wie wertvoll es ist, sich eine Bibelauslegung angewöhnt zu haben, die berücksichtigt, an wen und zu welcher Zeit Anweisungen gerichtet sind. Besonders bei diesem Thema gilt es zu beachten, dass in unterschiedlichen Dispensationen (griech. οικονομια oikonomia; a. Ü. Haushaltung, Verwaltung,) die Taufen unterschiedliche Ausprägungen hatten. Bezieht man nun Anweisungen auf sich, die zu einer anderen Entwicklungsstufe gehören, entstehen Verwirrungen, Widersprüche und falsche Schwerpunkte. Man erhält nur dann ein plausibles Schema, wenn man die Bibel heilsgeschichtlich auslegt, also chronologische Entwicklungen berücksichtigt, sowie an wen Anweisungen gerichtet sind.

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